Kommunikation

Im Lower Mill Horsemanship bauen wir zusammen mit dem Pferd ein Kommunikationssystem auf, das sich an der natürlichen Sprache von Pferden untereinander orientiert und ihr Sozialverhalten und ihre Bedürfnisse berücksichtigt.

Wenn zwei Personen aus unterschiedlichen Ländern miteinander kommunizieren möchten, dann kann das durchaus eine Herausforderung sein, vor allem dann, wenn sie nicht die gleiche Sprache sprechen. Dennoch kann die Kommunikation wenigstens einigermaßen gelingen, da beide Homo sapiens sind und somit genetisch die gleichen Voraussetzungen haben. Auch kulturelle Gemeinsamkeiten können den Austausch vereinfachen. Wirklich effizient wird die Kommunikation allerdings erst dann, wenn die beiden die gleiche Sprache sprechen.


Wenn wir Menschen mit Pferden kommunizieren möchten, dann ist das naturgemäß noch anspruchsvoller, als in dem Beispiel mit den beiden Personen. Die Lösung ist eine gemeinsame Sprache, wofür wir im Lower Mill Horsemanship zusammen mit dem Pferd ein Kommunikationssystem aufbauen, das sich an der natürlichen Sprache von Pferden untereinander orientiert und ihr Sozialverhalten und ihre Bedürfnisse berücksichtigt. Nur, wenn sich Mensch und Pferd gegenseitig richtig verstehen, kann eine Ausbildung im Umgang miteinander gelingen und an den anderen drei Säulen Sicherheit & Komfort, Verbundenheit und Selbsthaltung gearbeitet werden.


Zur Erläuterung des Kommunikationssystems kommt im Lower Mill Horsemanship eine Adpation des Sender-Empfänger-Modells von Claude E. Shannon und Warren Weaver zum Einsatz, bei dem Botschaften mithilfe von Sprache (also Lauten), der Schrift oder durch Körpersignale übermittelt werden. Da die Schrift für die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd nicht in Frage kommt, bieten sich vor allem die Körpersignale an. Die Sprache bzw. Laute kommen beim Lower Mill Horsemanship nur sehr selten oder unterstützend zum Einsatz. Die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd läuft dementsprechend wie folgt ab:


  • Der Mensch (Sender) verschlüsselt die Botschaft, die er dem Pferd (Empfänger) mitteilen möchte, durch Körpersignale und bei Bedarf mit Signalverstärkungen durch die Verwendung von Stick, Seil, Zügel, Armen, Beinen, uvm.


  • Die Botschaft wird durch die Körpersignale und bei Bedarf durch die Signalverstärkungen zum Pferd (Empfänger) transportiert.

  • Das Pferd (Empfänger) muss das Signal entschlüsseln, um die Botschaft zu verstehen. Dazu müssen wir dem Pferd unsere Körpersignale und die Signalverstärkungen beibringen.

  • Danach reagiert das Pferd (der ursprüngliche Empfänger) und antwortet seinerseits mit einem Signal. Somit wird das Pferd vom Empfänger zum Sender. Es verschlüsselt ebenfalls seine Botschaft durch Körpersignale und schickt das Signal zum Menschen (Empfänger) zurück.

  • Der Mensch (Empfänger), der ursprünglich Sender war, entschlüsselt nun ebenfalls das Signal, um die Botschaft zu verstehen. Hierfür verwenden lernen wir, die Körpersignale der Pferde zu verstehen, um darauf angemessen reagieren zu können.


Durch das Senden weiterer Botschaften findet ein Dialog zwischen Mensch und Pferd statt.

Wie die Entwicklung aller Säulen benötigt auch die Erarbeitung der Kommunikation Zeit. Nimm man sich die Zeit, dann werden sich die ersten Erfolge schnell einstellen, die Basis für die weitere Ausbildung wird geschaffen und das Vertrauen des Pferdes in den Menschen wird stetig steigen.