Untere Mühle Gissigheim

Die Untere Mühle von Gissigheim

Bereits im Jahr 1345 ist eine "Obere Mühle" erwähnt, woraus sich die Existenz der "Unteren Mühle" schließen lässt. Die älteste Eintragung aus den Kirchen- & Gerichtsbüchern stammt aus dem Jahr 1473. Heute ist die Mühle in unserem Besitz, ein ehrfürchtiges und anmutendes Gefühl. 

1473

In den Kirchen- & Gerichtsbüchern finden sich über die Jahrhunderte immer wieder Eintragungen zu den zu leistenden Zehntabgaben aus dem Betrieb der Mühle. Die älteste Eintragung stammt aus dem Jahr 1473, als Hans von Hartheim seine Einkünfte an Philipp von Rieder verkaufte.

1607

Im Jahr 1607 wird der Müller Andreas Schmied erwähnt, der die Mühle an Leonhard Pfreundschick veräußert, Echterischer Vogt zu Hochhausen und Gissigheim. Vogt Pfreundschick erbaute die Mühle neu.

1634 - 1817

In dem Zeitraum von 1634 bis 1817 werden die folgenden Müller erwähnt:

  • 1634 Wendel Berberich
  • 1648 Johann Schlegelmilch
  • 1658 Metthes Hoffmann
  • 1699 Jakob Zipperich
  • 1705 Hans Naubig
  • 1714 Linhart Setzer aus Ballenberg
  • 1742 Gregor Bender aus Dittwar
  • 1800 Bernhard Hartmann
  • 1811 Michael Boller
  • 1817 Johann Pföpfer aus Uissigheim

1829 - 1954

1829 ersteigerte Franz Zimmermann das Mühlenanwesen. Über mehrere Generationen hinweg bliebt die Mühle im Besitz der Familie. Auf den Erwerber Franz folgten Valentin, dann Joseph Anton und anschließend Joseph Eduard Zimmermann. Letzterer war von 1945 bis 1954 auch Bürgermeister von Gissigheim.

Die Mühle konnte sich in der Zeit nach 1829 gut entwickeln, da der badische Staat die Ablösung der Erbbestandsrechte und Gülten gestattete und damit die jährlichen Abgaben an den Staat entfielen.

Die beiden ehemals vorhandenen oberschlächtigen Wasserräder wurden in den 1930er Jahren durch eine Turbine ersetzt. Die oft zu geringe Wasserkraft wurde später mithilfe eines Elektromotors ausgeglichen. 

1960

Anfang der 1960er Jahre kamen vermehrt industrielle Mühlen auf, sodass der Betrieb kleinerer Mühlen unrentabel wurde. Die Stilllegung der handwerklich betriebenen Mühlen wurde außerdem durch Subventionen staatlich gefördert. Auch Alfred Zimmermann, der mittlerweile Besitzer der Mühle war, entschied sich schließlich zur Aufgabe des Mühlenbetriebs.

1984

1984 wurde das Anwesen durch ein Hochwasser in der Gemeinde stark beschädigt. Ein Teil der Nebengebäude wurde vollständig zerstört. Sowohl das Haupthaus als auch das Gesindehaus wurden von den damaligen Besitzern Alfred und Lydia Zimmermann wieder instandgesetzt.

2007 - 2016

Im Zeitraum von 2007 bis 2016 war das Mühlenanwesen im Besitz der Familie Bertet, die etliche weitere Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten durchführten. Unter anderem wurde das bei der Flut unter dem Schlamm begrabene fränkischen Hofsteinpflaster in mühevoller Arbeit ausgegraben und wieder neu verlegt.

Seit 2016

Seit 2016 ist die Mühle in unserem Besitz. Auch wir haben bereits an der Restaurierung und Modernisierung gearbeitet. Unter anderem haben wir das Heizsystem mit einem handwerklich wunderschönen Grundofen ergänzt.

Der Fokus liegt allerdings auf der Tierhaltung, weshalb wir 2017 den Bauantrag für eine Erweiterung des Gesindehauses (Neben- bzw. Stallgebäude) stellten. Glücklicherweise genehmigte man uns 2018 unter etlichen Auflagen den Anbau, der eine entscheidende Grundlage für uns und unsere Pferde ist. In der Galerie gibt es einig Bilder dazu.

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